Mit vier gewonnenen Kämpfen und einem verlorenen Kampf gewinnt Emelie Wagner Bronze und sichert sich damit den 3. Platz bei der Deutschen Einzelmeisterschaft U18. Das hat es in der Judo Gemeinschaft Uelzen zuletzt vor ca. 15 Jahren gegeben. Da haben Johannes und Ephraim Neumann Medaillen auf Bundesebene gewonnen. Emelie trainiert und wohnt im Sportinternat wie damals die „Neumänner“ am Olympiastützpunkt Hannover.
Der Veranstalter DJB hatte wieder einmal den Ausrichter der Deutschen Einzelmeisterschaften den Judoclub Leipzig dafür gewinnen können. Über 200 weibliche Judoka waren aus ganz Deutschland angereist, um am Sonntag um die Medaillenplätze zu kämpfen. Am Tag vorher waren die männlichen Judosportler U18 auf der Matte.
Über die Gruppenmeisterschaften musste man sich dafür qualifizieren. Dies hatten Emelie Wagner (2. Platz) und ihre Schwester Sophie Wagner (3.Platz) von der Judo Gemeinschaft Uelzen geschafft.
Bis 63 kg hatte Sophie wieder Lospech. Sie gewann zwar ihren ersten Kampf gegen ihre Konkurrentin aus Heubach mit Haltegriff, musste aber anschließend gegen Römmer (Erfurt) die 2024 in den Nationalkader aufgenommen wurde, antreten. Im Bodenkampf passte Sophie einen Moment nicht auf und konnte sich nicht mehr aus einem Haltegriff befreien.
In der Trostrunde stand ihr dann wieder einmal die Norddeutsche Meisterin Lea Wendt (SFV Europa/Bs.) gegenüber. Die war überraschend in die Trostrunde von einer Kämpferin aus Oranienburg geschickt worden. Auch dieses Mal wollten keine Techniken, trotz sehr guter kämpferischer Leistung, gelingen. Wendt verließ als Siegerin die Matte und sicherte sich an dem Tag sogar noch die Bronzemedaille.
Emelie hatte bis 70 kg gleich eine schwere Aufgabe. Hanna Bölcskei aus Karlsruhe und Bronzemedaille Gewinnerin vom Vorjahr konnte nur nach Verlängerung geschlagen werden. Ein spannender Kampf bis zum Schluss, wobei sich beide nichts schenkten. Emelie stand sogar schon als Verliererin da als Bölcskei mit einer Technik in Führung ging. Das war aber genau mit dem Schlussgong, aber zwei Sekunden nach Kampfende, wie die Kampfrichter feststellten, Sie sichteten die Aktion auf dem Bildschirm ganz genau nach und entschieden das der Wurf nicht bewertet werden durfte. Keine Minute später, in der Verlängerung, konnte die Uelzenerin mit einer Konter/Gegendrehtechnik sich erfolgreich durchsetzen, wobei die Gegnerin voll auf dem Rücken gelandet ist.
Gegen die Mitteldeutsche Meisterin Alina Porokhovnyk, Turbine Zittau, ließ sich Emelie im Bodenkampf ein und verlor leider ungeplant mit einem Armhebel. Leider kann das passieren. Aber Emelie steckte es professionell weg und ging konzentriert in die Trostrunde.
Dort hatte Tchoute (Judoclub Lauf) keine Chance und verlor gegen Wagner mit einer Fussfegetechnik und anschließenden Würgegriff.
Im nächsten Fight stand ihr ihre bekannte Konkurrentin Anna Zakrzewska (Wolfsee), Deutsche Vizemeisterin 2024, gegenüber. Im Kampf um Platz fünf gingen beide kämpferisch und aggressiv zur Sache. Schließlich wollte Anna wieder eine Medaille gewinnen. Viele verschiedene Techniken wie Uchi-Mata (Schenkelwurf) und Fußwürfe wurden angesetzt. Schließlich konnte sich Emelie im Bodenkampf durchsetzen und hielt einen Haltegriff, aus dem es kein Entrinnen kam. Das war sensationell schon Platz fünf!
Den Kampf um Platz drei und die Bronzemedaille vor Augen ließ Emelie nun nichts mehr anbrennen. Svenja Keding, TSV Walheim, auch keine Unbekannte auf Bundesebene, hatte keine Chance an dem Tag. Die Uelzenerin griff aktiv mit verschieden Würfen an. Schließlich erwischte sie Keding mit einer Innensichel vorzeitig!
In dieser Gewichtsklasse, bis 70 kg, war Niedersachsen stark. Ihre ewigen Konkurrentinnen aus Niedersachsen H. Gottschalk wurde Deutsche Meisterin und D. Ens Vizemeisterin. Die Landestrainer und die anwesenden Heimtrainer Erika und Rolf Muhsik waren sehr stolz auf dieses Ergebnis, sie freuten sich sehr mit Emelie Wagner, weil sich auch der viele Trainingsfleiß gelohnt haben.